Analgetika (Schmerzmittel)

Medikamente mit Abhängigkeitspotential, welche einen medikamenten­induzierten Kopfschmerz auslösen können (MIK)

  • Paradoxerweise kann bei regelmässigem Konsum von Schmerzmitteln ein neuer Schmerz, typischerweise ein Kopfschmerz entstehen, den der Patient wiederum mit Analgetika zu beandeln versucht; ein Teufelskreis.
  • Bei den Medikamenten die gegen Schmerzen eingenommen werden, handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe.
  • Einige dieser Schmerzmittel sind rezeptfrei erhältlich. Oft enthalten die Medikamente Coffein als Zusatz und es existieren div. Kombinationen von Wirkstoffen.
  • In der Schweiz sind die Kombinationsmöglichkeiten eingeschränkt, da von Swissmedic für diese alten Medikamente neue Studien verlangt werden, welche die Wirksamkeit der Kombination belegen. Viele Kombinationen sind aber im nahen Ausland weiterhin erhältlich.
  • Diese Medikamente werden häufig gegen Kopfschmerzen eingenommen:
    • Acetylsalicilsäure (Alcacyl, Aspirin und andere), Coffein enthalten z.B. Contra schmerz etc.
    • Paracetamol (Dafalgan, Zolben, Acetalgin und andere)
  • Oft gebrauchte Zusätze:
    • Propyphenazon meistens nur als Zusatz zur verstärkten Schmerzstillung
    • Ascorbinsäure, wobei es unklar ist, wozu der Zusatz von Ascorbinsäure dienen soll
    • Coffein, hier wird vermutet, dass dieser Stoff das Suchtpotential verstärkt
    • Acetylsalicilsäure und Paracetamol werden oft kombiniert
  • Rezeptpflichtige Medikamente:
    • Nichtopioide
      • NSAR ("Anti-Rheumatika")
      • Ergotamin
      • Triptane
      • Kombinationen der obgenannten Medikamente
  • Diagnostik des MIK
    • Dumpfer, drückender Dauerkopfschmerz:
      • Beginn beim Aufwachen
      • Über den ganzen Tag anhaltend
      • Mindestens 15 Tage/Monat
      • Selten vegetative Symptome
      • Bei körperlicher Belastung nehmen die Beschwerden zu
    • Konsummuster:
      • Schmerzmittelkonsum mehr als 15Tage/Monat
      • Beginn des MIK nach dreimonatigem Schmerzmittelkonsum
      • Besserung der Beschwerden 4 Wochen nach Entgiftung
  • Risikogruppen für MIK
    • Patienten mit Migraine/Spannungskopfschmerz ev. beides
    • Beginn der Beschwerden im Kindesalter
    • Nach Schädel-Hirn Trauma/Schleudertrauma
    • Potentiell sind alle Substanzen betroffen:
      • Häufiger bei Kombinationspräparaten
      • Seltener Bei Monotherapie mit NSAR
    • Patienten mit hohem Pflichtbewusstsein:
      • Oft prophylaktischer Konsum zur Vermeidung der Leistungsfähigkeit
 Siehe auch Informationen zu Abhängigkeit von opioidhaltigen Schmerzmitteln.