Nikotin als Substanz

  • Im Tabakrauch lassen sich etwa 7000 Substanzen nachweisen, wovon sicher 90 erwiesenermassen Krebserregend sind:
    • Nikotin, das Hauptalkaloid der Tabakpflanze, ist verantwortlich für die suchterzeugende Wirkung und
    • Kohlenmonoxyd als Produkt der unvollständigen Verbrennung für die schädlichen Auswirkungen auf Herz und Kreislauf.
    • Teer (festere Bestandteile, die sich im Körper ablagern), sowie Reiz – und andere Gase, wirken direkt über die Lunge und die Mundschleimhaut.  
  • Der Rauch, der durch das Ziehen an der Zigarette entsteht, ist ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, in dem 0,1 bis 1 mm grosse Teilchen (Partikel) gelöst sind; die Gase enthalten Kohlenmonoxid, Stickstoff, Benzol, Blausäure, Cadmium, Polonium, Ammoniak u. viele andere.
  • Durchschnittlich beträgt die Nikotinaufnahme 1 – 3 mg/Zigarette. Nikotin ist giftig, die Meinungen über die genaue tödliche Dosis gehen auseinander. Die Menge von 50 mg als tödliche Dosis für Erwachsene (niedriger für Kinder) wird in den meisten Lehrbüchern gefunden. Eine Aufnahme von bis zu 0,5 mg/kg, in Abwesenheit von kardiovaskulären oder anderen Risikofaktoren, kann als nicht tödlich angesehen werden (siehe dazu auch Artikel von Bernd Mayer, Arch Toxicol 2014, 88:5-7).
  • Nikotin überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke und erreicht bereits nach 6 bis 10 Sekunden das Gehirn. Die rasche Wirkung - so schnell wie bei keinem anderen Suchtmittel - erklärt das hohe Suchtpotential.
  • Zielstruktur von Nikotin sind nikotinerge Acetycholinrezeptoren; deren Aktivierung beeinflusst den Stoffwechsel vieler Neurotransmitter (Dopamin -> Belohnungsfunktion; Acetycholin und Noradrenalin -> Gedächtnis- und Leistungsfunktion) und endogene Opioide.
  • Nikotin hat ein bivalentes pharmakologisches Profil, je nach psychophysiologischer Ausgangslage:
    • aktivierend, stimulierend, stimmungsverbessernd und Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernen verbessernd.  
    • oder entspannend und beruhigend.
  • Bei den organspezifischen Reaktionen von Nikotin sind Herz-Kreislauf-Wirkungen nachgewiesen, die zum Anstieg der Pulsfrequenz, des Blutdrucks, zur Kontraktion des Herzmuskels und zu einer Minderdurchblutung der Haut- und Koronargefässe führen.
  • Das Nikotin-Abbauprodukt Cotinin hat mit 20-30 Stunden eine deutlich längere Halbwertszeit und kann deshalb in Blut, Urin und Speichel noch mehrere Tage nachgewiesen werden.
  • Im Gegensatz zu Teer und anderen Schadstoffen in der Zigarette sammelt sich Nikotin im Körper nicht an.

Weitere Informationen im Flyer Tabakrauch unter dem Mikroskop.

 

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