Ecstasy / MDMA

  • Gruppe: Stimulanz (Entaktogen, leicht Halluzinogen)
  • Chemischer Name: 3,4-Methylendioxymetamphetamin
  • Szenenamen: "XTC", "E“, "Eva", "Adam", usw., bzw. benannt nach dem Tablettenlogo, z.B. "Mitsubishi", "Rolex", usw.
    MDMA ist dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt!
  • Wirkungen:
    • entaktogen (das Innere berührend, die Introspektion verstärkend)
    • empathogen (das empathisch-emotionale Gefühl verstärkend)
    • "lebensbejahend", Anhebung der Stimmung mit Glücksgefühlen (bis hin zu einem maniformen Erleben)
    • Verbesserung der Selbstakzeptanz und der sozialen Interaktionen
    • Steigerung des Kontaktbedürfnisses, Offenheit
    • vermittelt Gefühl von Nähe
    • aufputschend, Erhöhung der Wachsamkeit und Aufmerksamkeit
    • Verstärkung der Sinneswahrnehmungen (z.B. der visuellen, akustischen und taktilen Reize), Veränderung von Raum- und Zeitempfinden
    • Reduktion von Hunger- und Durstgefühl
    • Dämpfung aggressiver Impulse
    • psychomotorische Antriebssteigerung
    • schnelle und massive Serotoninfreisetzung (MDMA ist ein potenter Serotoninreleaser),
    • geringe Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin
  • Nebenwirkungen:
    • Angst- und Panikattacken
    • "Down" nach Konsum, Müdigkeit, depressive Verstimmung, Gereiztheit
    • Agitiertheit (gesteigerte motorische Unruhe)
    • Übelkeit/Brechreiz
    • akustische, visuelle und taktile Wahrnehmungsveränderungen
    • Tachykardie (Steigerung der Herzfrequenz)
    • Hypertonie (Bluthochdruck) --> Gefässverletzungen und innere
    • Blutungen
    • Herzrhythmusstörungen weniger ausgeprägt als bei Kokain und Methamphetamin
    • Palpitationen (Herzklopfen bis hin zu Herzrasen)
    • Hyperthermie (erhöhte Körpertemperatur; CAVE: Overheating! (ohne Konsumpausen kann es zu einer starken Körpertemperaturerhöhung))
    • starkes Schwitzen; (CAVE: Dehydratation! (durch Verlust von Wasser kommt es zu einer Abnahme des Wassers im Körper))
      durch die „psycho-physische Entkoppelung“ werden vom Körper ausgesendete, (lebens-)wichtige physiologische Bedürfnisse (z.B. Überhitzung, Durst, Schlafbedürfnis, etc.) psychisch unzureichend oder gar nicht mehr wahrgenommen
    • Mydriasis (Pupillenerweiterung)
    • Tremor (Zittern)
    • Trismus (Kiefersperre)
    • Bruxismus (unwillkürliches Aufeinanderbeissen der Zähne)
    • Rhabdomyolyse (Auflösung quergestreifter Muskelfasern)
    • Nierenversagen
    • Leberinsuffizienz
    • disseminierte intravasale Gerinnung (DIC; pathologische Gerinnungsaktivierung)
    • selten akutes (oder auch verzögertes) fulminantes Leberversagen
  • Kurz- und langfristige Auswirkungen auf das psychische Befinden:
    • Dosen über 1.5/1.3 (Frau) x Körpergewicht in mg MDMA erhöhen die negativen körperlichen und neurotoxischen Nebenwirkungen
    • Bis dato gibt es keine abschliessende Evidenz für Neurotoxizität von MDMA beim Menschen! Trotzdem finden sich Hinweise, dass ein anhaltender MDMA-Konsum auch beim Menschen das Serotoninsystem verändern kann und dies zumindest teilweise irreversibel sein kann (Quednow, Vortrag Club Health 2010).
    • Ecstasy-Konsumenten zeigen Beeinträchtigungen in verbalen und visuell-räumlichen Gedächtnisleistungen (Quednow, Vortrag Club Health 2010).
    • einzelne Studien zeigen, dass " … dauerhafter, regelmässiger MDMA-Konsum zu anhaltenden Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und der höheren kognitiven Funktionen führen kann … " (Thomasius et al. 2005) bzw.
    • " … ehemalige Ecstasy-Konsumenten auch noch nach 2,5 Jahren Beeinträchtigungen des verbalen Gedächtnisses aufzeigten." (Thomasius et al. 2006).
    • MDMA beeinflusst die Teilaspekte kognitiver Funktionen in unterschiedlichem Ausmass. Im Vergleich zu Placebo führt eine mittlere MDMA-Dosis zu einer Beeinträchtigung der "gehaltenen Aufmerksamkeit" und des "räumlich-visuelle Gedächtnisses". Die exekutiven Funktionen (z.B. Aufmerksamkeitswechsel) bleiben unbeeinträchtigt. (Hasler & Vollenweider, 2005).
    • "Zusammenfassend kann man von einer dosisabhängigen und eher geringen Beeinträchtigung der neuropsychologischen Performance (insbesondere bei psychomotorischen Tests) unter moderaten Dosen der untersuchten Entaktogene MDMA und MDE …" ausgehen (Passie, 2005).
    • Halluzinationen
    • Verwirrtheit
    • häufig depressive Zustände, am ausgeprägtesten in der Woche nach dem Konsum
    • Angstzustände
    • verminderte Merkfähigkeit, Wortfindungsstörungen
    • Verlust von Zeitgefühl
    • epileptiforme Anfälle
    • In der Literatur finden sich - zwar selten - Fälle, in denen bei vorliegender Hypersensibilität gegenüber der Substanz MDMA auch bei "normalen" Dosen von 100-150 mg allergische Reaktionen auftraten, die dringend einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen (CAVE: ohne Behandlung kann es zu einem tödlichen Ausgang kommen). Insgesamt scheint aber das Risiko an einer MDMA-Einnahme zu versterben, gering zu sein. Meist stehen Todesfälle im Zusammenhang mit einem Mischkonsum von (meist hochdosiertem) MDMA mit weiteren psychotropen Substanzen. Es kann dabei zu einem Organversagen infolge von Überhitzung und Dehydration kommen.
  • Wirkdauer (dosisabhängig): ca. 2-5 Stunden bei durchschnittlicher MDMA Dosis/Tablette von 100 mg.
  • Verkaufsformen: Pillen, Pulver, selten in Kapseln abgefüllt
  • Einnahmeformen: oral, selten nasal
  • Beispiele für gefährliche Kombinationen mit anderen Substanzen:
    • Alkohol (erhöhte Belastung für Leber und Niere sowie Gefahr des Austrocknens)
    • SSRI und MAO-Hemmer (sind bestimmte Gruppen von Psychopharmaka): --> Serotoninsyndrom (Serotoninüberschuss im Gehirn, der mit autonom vegetativen Symptomen (Steigerung der Herzfrequenz, Bluthochdruck, Schwitzen, Übelkeit, Pupillenweitung usw.), zentralnervöse Symptome (Akathisie ("Sitzunruhe"], Halluzinationen, Hypomanie, usw.) und neuromuskulären Symptomen [Tremor, gesteigerte Reflexe, epileptiforme Anfälle, usw.] einhergeht.
    • Johanniskraut und Ginseng können auch serotonerge Wirkkomponenten aufweisen.
    • "Uppers" (Amphetamin, Kokain usw.): extreme Serotoninfreisetzung im Gehirn
    • "Downers" (Alkohol, GHB/GBL, Cannabis): Dehydration und Wärmestaugefahr
  • Safer Use Regeln
  • Die folgende Grafik zeigt den Anteil zusätzlicher psychoaktiver Substanzen, die bei der Analyse von „XTC-Tabletten“ gefunden wurden (Quelle: Streetwork Zürich, 2013, [16.04.2013]

Grafik XTC
[Anmerkungen zur Grafik: MDMA (3,4-Methylendioxymetamphetamin), m-CPP (1-(3-Chlorphenyl)-Piperazin: pulverförmiges Piperazinderivat mit wahrnehmungsverändernder Wirkung), MDEA (3,4-Methylendioxyethylamphetamin), MDA (3,4-Methylendioxyamphetamin), 2C-B (2,5-Dimethoxy-4-Brom-Phenylethylamin: synthetisches Meskalinderivat mit wahrnehmungs- und gefühlsverändernder Wirkung, Methamphetamine: sehr starke Stimulanz auch bekannt als Crystalmeth, p-Fluoramphetamine (4-FA): RC, NPS welches sowohl ein stimulierende als auch eine leicht entaktogene (XTC-Like) Wirkung hervorruft)]

 

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