Risikoarmer Konsum

  • Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat einen risikoarmen Umgang mit alkoholischen Getränken.
  • Das Festlegen einer Grenze für einen risikoarmen Konsum ist ein schwieriges Unterfangen:
    • Dies auch weil in der Regel von einem protektiven Effekt bei einem moderaten Konsum ausgegangen wird, der jedoch überschätzt wird. Die Beziehung zwischen Alkoholkonsum und Gesamtmortalität ist J-förmig. Das bedeutet, dass Abstinente und starke Trinker ein höheres Mortalitätsrisiko aufweisen als moderate Trinker. Unter Berücksichtigung von Studien und Public-Health-Überlegungen sind entsprechend sinnvolle Empfehlungen für einen risikoarmen Konsum festzulegen.
    • Ein risikoarmer Konsum bedeutet also das Trinken von Alkohol, sodass mit einer hohen Wahrscheinlichkeit keine körperlichen, psychischen oder sozialen Folgen durch den Konsum zu erwarten sind.
  • RisikoarmesTrinken wird über die pro Tag konsumierte Menge reinen Alkohols (in Gramm) definiert --> Standardgetränk. Es existieren verschiedene Empfehlungen (vgl. Tabelle unten). Tendenziell haben die Angaben in den letzten Jahren eine Anpassung nach unten erfahren: Frauen sollten täglich höchstens 10-12g und Männer höchstens 20-24g Alkohol konsumieren, wenn sie sich auf Dauer nicht schädigen wollen.
  • Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren sollten allerdings deutlich weniger und seltener Alkohol trinken, da sich ihr Organismus noch in der Entwicklung befindet und vor allem das Gehirn stark durch Alkohol geschädigt werden kann.
  • Das Konzept der Risikokompetenz beinhaltet die Entwicklung eines Risikobewusstseins von Personen im Umgang mit Suchtmitteln (inkl. Alkohol) und bedeutet den sicheren und verantwortlichen Umgang im Gebrauch von Suchtmitteln, welcher insbesondere von Jugendlichen erlernt werden muss (vgl. Literaturanalyse zu Risikokompetenz und Drogenmündigkeit).
  • Die Berechnung der reinen Alkoholmenge eines Getränks erfolgt, indem man die Flüssigkeitsmenge des Getränks (in ml) mit dem im Getränk enthaltenen Alkoholanteil (% Vol.) multipliziert und durch 100 teilt (= Alkoholmenge in ml). Zur Berechnung der Alkoholmenge in Gramm wird der Wert in ml mit dem Faktor 0,8 multipliziert (10ml Alkohol entsprechen 8g).

Empfehlungen und Grenzwerte

Aus biologischen Gründen sind Frauen allgemein vulnerabler bezüglich Alkohol als Männer. Es gibt Situationen, bei denen auch ein geringerer Konsum bereits mit Risiken verbunden sein kann (vgl. auch situationsunangepasster Konsum), so beispielsweise bei Kindern, während der Schwangerschaft oder bei Einnahme von Medikamenten wegen möglicher Interaktionen.

Schweiz*

Männer

 

Frauen

 

Alle

30g reiner Alkohol (= höchstens 3 Standardgetränke pro Tag, auf mehrere Stunden verteilt).

20g reiner Alkohol (= höchstens 2 Standardgetränke pro Tag).

Ca. 2 alkoholfreie Tage pro Woche zur Vermeidung einer Toleranzbildung

WHO

Männer

Frauen

Höchstens 3 Getränke pro Tag

Höchstens 2 Getränke pro Tag

nie mehr als 4 Getränke punktuell zu bestimmten Anlässen

Kanada

Männer und

Frauen

Höchstens 1 Getränk pro Stunde.

Höchstens 3 Getränke pro Tag.

Höchstens 4 in Folge.

Grossbritannien

Männer

Frauen

< 21 Getränke pro Woche.

< 14 Getränke pro Woche.

*Die Empfehlungen sind in der Schweiz nicht einheitlich.

 

 

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